Eine öffentliche Informationsveranstaltung zu den Planungen für die Alte Rindermarkthalle in St- Pauli (Ex-Real) wurde vom Bezirk kurzfristig abgesagt. Als Grund wurden Brandschutzbedenken ebenso genannt wie die Tatsache, dass mehr Besucher_innen erwartet würden als der Veranstaltungsort fassen könne. die leute:real äußern sich zu der Absage in einer Pressemitteilung wie folgt.
Die kurzfristige Absage der lange angekündigten Präsentation der Juryergebnisse zur Neubeplanung des Geländes „Alter Rindermarkt“ am Neuen Kamp sorgt unter den AnwohnerInnen für Hohn und Spott.
„Stell dir vor es ist Bürgerbeteiligung und alle gehen hin“, höhnt ein Anwohner. „Zuerst lädt der Bezirk BürgerInnen ein, ihre Meinung kundzutun und wenn sich abzeichnet, dass tatsächlich jemand kommen wird, sagt die Politik ab. Was soll das?“
AnwohnerInnen, die die Veranstaltung besuchen wollten, spekulieren über Angst der Bezirksoberen vor unkalkulierbaren Protesten gegen deren Pläne. Es stehen nämlich sowohl die Planung eines weiteren Touristenspektakels in der Kritik als auch die Art und Weise, in der der Bezirk unter Ausschluss der Öffentlichkeit seine Prestigepläne realisieren will.
Tatsächlich zeichnete sich im Vorfeld der Veranstaltung ab, dass es Proteste in unterschiedlicher Form geben könnte. Der Grund ist, dass die von den Touristenströmen schon jetzt überrannten AnwohnerInnen sich schlichtweg übergangen sehen. Man darf sich also nicht wundern, wenn deren Wut sich anlässlich eines solchen Termins zuspitzt.
„Die Menschen hier sind seit Jahrzehnten für ihre politischen Aktivitäten bekannt. Da sind widerständige Meinungsäußerungen wirklich nicht überraschend. Wir lassen uns weder verarschen noch verkaufen. Das müsste der Bezirksamtsleiter eigentlich schon wissen.“, konstatiert eine Anwohnerin.
Das Bezirksamt Mitte hat sich mit der Absage der Präsentation heftig blamiert. Wer noch nicht mal in der Lage ist, eine Veranstaltung für ein paar hundert Leute zu organisieren, sollte lieber die Finger von überdimensionierten Großprojekten lassen.


